Mittwoch, 22. Mai 2013

Kamtschatka: Viele starke Erdbeben - Vorbereitungen auf ein Megabeben laufen


Das aktuellste Update befindet sich ganz unten auf dieser Seite!

19. Mai
Die bereits erwähnte Erdbebenserie vor Kamtschatka hat sich weiter gesteigert. 7 Erdbeben wurden in den letzten 3 Stunden registriert. Das stärkste um 20.44 Uhr. Es hatte nach vorläufigen Angaben Magnitude 6,0 und eine Tiefe von 19 Kilometern. Es war wahrscheinlich in Kamtschatkas Hauptstadt spürbar. Schäden sind aber nicht zu erwarten. Es wird spannend wie sich die Lage weiter entwickelt.

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Update 20. Mai:
In der Nacht hat es wie erwartet weitere starke Erdbeben gegeben. Seit dem 6er Beben gab es 28 weitere Erdbeben über Magnitude 4,5. Das stärkste hatte nach EMSC-Angaben Magnitude 5,6.
Der Schwerpunkt der Erdbeben liegt weiterhin vor der Küste (Siehe EMSC-Karte oben Rechts), allerdings gab es auch einzelne Erdbeben näher an der Küste und somit auch in größerer Tiefe. (Siehe GoogleEarth-Karte links)
Viele der größeren Erdbeben waren in der Regionalhauptstadt Petropavlovsk-Kamchatsky und Umgebung deutlich spürbar. Die Menschen vor Ort sind dementsprechend besorgt. Schlulen und Universitäten wurden fürs Erste geschlossen. Menschen verlassen ihre Häuser, teilweise sogar die Stadt.
Die Regierung hat auf diese Erdbebenserie reagiert und eine offzielle Erdbebenwarnung herausgegeben. Demnach sei ein Erdbeben über Magnitude 7 in den nächsten 7 Tagen sehr wahrscheinlich. Die Menschen sollen sich entsprechend vorbereiten. In den russischen Medien werden die Verhaltensweisen im Worst Case erklärt, sowie Vorbereitungsmaßnahmen erläutert. Seit der Sowjetzeit gibt es auf Kamtschatka regelmäßig Erdbebenübungen, somit werden die meisten Menschen wissen was zu tun ist. 
Zudem warnte die Regierung, dass im Falle eines schweren Erdbebens ein 5-8 Meter hoher Tsunami die Stadt treffen könne.
Gleichzeitig wurden die Menschen beschwichtigt, dass sie ihre Häuser nicht verlassen müssten. Alle Gebäude seien bis Intensität IX ausgelegt. Bei einem Erdbeben unter Magnitude 7,5 bestünde keine Gefahr.
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Update 21. Mai, 06.03 Uhr:
Heute Nacht haben die Bewohner an der Ostküste Kamtschatkas vermutlich ziemlich unruhig geschlafen.
Um 1 Uhr heute Nacht M5.6
3h55 das stärkste Beben mit M6.0
Kurz nach fünf dann nochmal ein Duo mit  M 5,7 und M 5,9.

Das dürfte sogar den tiefsten Schlaf stören.

Update 7.18

Kurz vor sieben jetzt das nächste M6.0 Beben 37 km tief.

Update 8.04

7.43 nochmals M6.0 mit 37 km Tiefe

Update 9.41 Uhr
Die Erdbeben werden häufiger. Die Vorbereitungen auf ein verheerendes Erdbeben vor der Küste von Kamtschatka laufen. Es wurden Notfallreserven angelegt, um Betroffene nach einem Erdbeben versorgen zu können. Retungsteams stehen auf Abruf bereit. Warnsysteme wurden getestet. Alles laufe einwandfrei. Die Bevölkerung wird durch die Medien intensiv über das richtige Verhalten bei und nach einem schweren Erdbeben, sowie bei einem drohenden Tsunami unterrichtet. Mittlerweile geben erste Experten in den Medien die Orte in Petropavlovsk-Kamchatsky bekannt, die bei einem Erdbeben am sichersten sind und welche nicht. Alte Gebäude, die vor, während oder kurz dem zweiten Weltkrieg gebaut wurden (1937 bis 1962), seien bis Magnitude 7,5 ausgelegt. Gebäude, die danach gebaut wurden, sollen Erdbeben bis Magnitude 8 standhalten. Neue Gebäude seien die sichersten. Selbst Erdbeben der Stärke 9 oder mehr seien für diese ungefährlich. Jedoch gibt es lokale Unterschiede. Gebäude am Stadtrand, die auf den Hügeln gebaut sind, seien durch die Bodenbeschaffenheit weniger bedroht, als diese direkt an der Küste oder in Flusstälern. Dort sei zudem die Gefahr eines Tsunamis präsent. Es gebe aber Noträume in sicheren Gebieten, wo die Menschen inerhalb kurzer Zeit hin evakuiert werden könnten.
Kamtschatka ist dementsprechend gut auf ein mögliches Erdbeben vorbereitet. Dennoch sind die Menschen nervös. Mit jedem neuen Erdbeben steigt die Sorge. Ob und wann es in nächster Zeit zum Megabeben kommt, kann aber niemand sagen.
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Update 22. Mai 15.10 Uhr:
Die seismische Aktivität auf Kamtschatka war seit gestern deutlich geringer als in den Tagen zuvor. Seit dem letzten Update wurden nur 13 Erdbeben über Magnitude 4 registriert. Das Stärkste hatte Magnitude 5,6.
Zu beobachten ist zudem eine leichte Verlagerung der Epizentren nach Norden.
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Siehe auch:
Das Erdbebenrisiko vor Kamtschatka (19. Mai 2013)
Verhalten bei einem schweren Erdbeben (auf Russisch)
Verhalten bei einem schweren Erdbeben (auf Deutsch)

Starkes Erdbeben in Peru beschädigt 30 Gebäude


Heute Nacht um 1.02 Uhr MESZ ereignete sich in den Peruanischen Anden ein Erdbeben der Stärke 5,7. Es hatte eine Tiefe von 86 Kilometern und war in einem weiten bereich um das Epizentrum spürbar.
Betroffen von dem Erdbeben war die Region Apurimac, direkt am Epizentrum. Im Distrikt Curpahuasi wurden durch das Erdbeben mindestens 30 Gebäude beschädigt. Die Behörden untersuchen zur Zeit noch das genaue Ausmaß des Schadens. Verletzt wurde niemand.


Österreich: Erdbeben an der Deutschen Grenze


Im Bundesland Salzburg kam es am frühen Morgen gegen 5.01 Uhr zu einem leichten Erdbeben. Es hatte nach Angaben der österreichischen Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik Magnitude 3,2 und eine Tiefe von 7 Kilometern. Das Epizentrum lag 8 Kilometer von der deutschen Grenze und 14 Kilometer von Ramsau im Berchtesgadener Land entfernt. Das Erdbeben war am Epizentrum, auf deutscher und Österreichischer Seite der Grenze, deutlich spürbar. Schäden gab es keine.



Montag, 20. Mai 2013

Heftiges Beben Chile Offshore

Das Seebeben mit M6.8 hat kein Tsunami verursacht, da es sehr weit vor der Küste lag dürfte es nicht mehr gespürt worden sein.



Update 14.47

USGS hat das Beben auf M6.5 runter gestuft.

Sonntag, 19. Mai 2013

Das Erdbebenrisiko vor Kamtschatka


Die Kamtschatka-Halbinsel im äußersten Osten von Russland hat in den vergangenen Stunden eine Reihe von moderaten Erdbeben erlebt. Diese konzentrieren sich mehr oder weniger auf zwei Gebiete vor der Küste der Halbinsel. Zum Einen im Süden, direkt vor der Küste von Petropawlowsk-Kamtschatski, der Hauptstadt Kamtschatkas, und zum Anderen im Norden, am Überganz zum Aleuten-Bogen. Seit gestern morgen wurden an beiden Regionen zusammen 13 Erdbeben bis Magnitude 5. 

Kamtschatka liegt am Pazifischen Feuerring und ist damit häufig Schauplatz von Erdbeben. Dennoch ist diese Häufung ungewöhlich und ein Anlass für uns, mal ein wenig die seismischen Hintergründe dieser dünn besiedelten Region in Fernost zu durchleuchten.

Vor der Ostküste der Halbinsel treffen die Nordamerikanische und die Pazifische Platte auf die Ochotskische Platte. Es kommt dabei zur Subduktion und daraus resultierend zu Erdbeben- und Vulkanaktivitäten.

Wie an allen Subduktionszonen, kommt es auch dort zu Megathrust-Erdbeben, also Erdbeben, bei denen die Subduktionszone großflächig aufbricht. Insgesamt sind in den letzten 300 Jahren 5 Megathrust-Erdbeben über Magnitude 8 bekannt:

1737: Magnitude 8,3-8,5 ; bis zu 64 Meter hoher Tsunami
1792: Magnitude 8,4 ; Tsunami unbekannt
1841: Magnitude 8,4 ; bis zu 15 Meter hoher Tsunami
1904: Magnitude 8,3 und 8,1 ; Tsunamihöhe unbekannt
1952: Magnitude 9,0 ; bis zu 13 Meter hoher Tsunami

Diese ziemlich periodisch, in einem Abstand von je etwa 55 Jahren auftretenden Mega-Erdbeben lassen darauf schließen, dass es in nicht allzu ferner Zukuft wieder zu einem großen Erdbeben vor der Küste kommt. Natürlich kann man anhand von 5 Erdbeben keine statistisch wertvolle Aussage machen. Aber dennoch: Diese Vergangenheit, sowie die aktuelle, wenn auch bislang ungefährliche Erdbebenhäufung sollten daran erinnern, welches Gefahrenpotential in den schlafenden Riesen aus Fernost steckt. Wenn von einer pazifikweiten Tsunamibedrohung gesprochen wird, fallen meist die Namen Chile, Japan, Alaska und neuerdings auch die Kaskaden-Subduktionszone. Kamtschatka steht in der Liste nicht weit vorne. Vielleicht weil der letzte, pazifikweit gefährliche Tsunami schon 61 Jahre, und somit länger her ist, als in Chile, Japan oder Alaska. Aber wie lange das so bleibt, ist nicht zu beantworten.